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Über den Petersdom

Der Petersdom ist eine der größten Kirchen der Welt und eines der wichtigsten Heiligtümer der katholischen Kirche: Er steht über dem Grab des Apostels Petrus. 120 Jahre wurde an ihm gebaut, Bramante, Michelangelo und Bernini haben ihn geprägt. Am 18. November 2026 jährt sich seine Weihe zum 400. Mal.

Petersdom und Kolonnaden am Petersplatz

Der Petersdom auf einen Blick

Bauzeit1506–1626
Geweiht18. November 1626
Längerund 187 m
Höhe bis zum Kuppelkreuzrund 136 m
KuppelMichelangelo
PetersplatzBernini, 284 Säulen
Papstgräberrund 91
UNESCO-Welterbeseit 1984 (Vatikanstadt)

Geschichte: vom Petrusgrab zur größten Kirche der Christenheit

Am Vatikanischen Hügel lag zur Römerzeit ein Friedhof — und nach der Überlieferung wurde hier um das Jahr 64 der Apostel Petrus begraben, nachdem er unter Kaiser Nero den Märtyrertod gestorben war. Im 4. Jahrhundert ließ Kaiser Konstantin über der Grabstätte eine große Basilika errichten. Dieses „Alt-St.-Peter“ stand über tausend Jahre und war Krönungsort vieler Kaiser, darunter Karl der Große im Jahr 800.

Abriss und Neubau

Im 15. Jahrhundert war die alte Basilika baufällig. Papst Julius II. entschied sich für einen Neubau und legte am 18. April 1506 den Grundstein. Sein Baumeister Donato Bramante plante eine Kirche über dem Grundriss eines griechischen Kreuzes mit einer gewaltigen Kuppel in der Mitte. Nach Bramantes Tod 1514 lösten sich mehrere Baumeister ab, darunter Raffael und Antonio da Sangallo der Jüngere — und mit jedem wechselte der Plan.

Michelangelo übernimmt

1546 übernahm der über 70-jährige Michelangelo die Bauleitung. Er kehrte zu Bramantes Zentralbau zurück, vereinfachte ihn und entwarf die Kuppel, die heute das Stadtbild Roms beherrscht. Als er 1564 starb, stand der Tambour weitgehend, die Kuppel selbst fehlte noch. Giacomo della Porta wölbte sie gegen Ende des 16. Jahrhunderts, etwas steiler als von Michelangelo vorgesehen.

Maderno, Weihe und Bernini

Anfang des 17. Jahrhunderts verlängerte Carlo Maderno das Langhaus nach vorn und setzte die heutige Fassade davor — aus dem Zentralbau wurde eine Kirche in Form eines lateinischen Kreuzes. Am 18. November 1626 weihte Papst Urban VIII. die Basilika, der Überlieferung nach auf den Tag 1300 Jahre nach der Weihe der konstantinischen Kirche. Danach prägte Gian Lorenzo Bernini das Innere mit dem Bronzebaldachin und den Petersplatz mit seinen Kolonnaden.

Ablass und Reformation

Der Neubau war enorm teuer. Ein Teil wurde über den Verkauf von Ablässen finanziert — genau gegen diese Praxis richtete Martin Luther 1517 seine 95 Thesen. So steht der Petersdom auch am Anfang der Reformation.

Die Kuppel: Michelangelos Meisterwerk

Die Kuppel ist das Wahrzeichen des Petersdoms und eine der größten Kuppeln der Welt. Ihr Innendurchmesser liegt bei gut 41 Metern — knapp weniger als beim antiken Pantheon. Mit Laterne und Kreuz erreicht der Bau rund 136 Meter.

Innen läuft am Fuß der Kuppel ein Schriftband mit dem Bibelwort „Tu es Petrus …“ — „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen“. Wer auf die Kuppel steigt, sieht das Band aus der Nähe und blickt von oben über den Petersplatz und die Vatikanischen Gärten.

Aufstieg: 551 Stufen zu Fuß (17 €) oder mit dem Aufzug bis zur Terrasse und dann noch 320 Stufen (22 €). Die letzten Gänge sind eng und schräg.

Blick in die Kuppel des Petersdoms mit der Laterne

Die wichtigsten Kunstwerke im Inneren

Im Petersdom stehen Werke der größten Künstler der Renaissance und des Barock. Unter der Kuppel zieht Berninis Bronzebaldachin den Blick nach vorn, dahinter leuchtet in der Apsis die Cathedra Petri. Diese sechs solltest du nicht verpassen:

Berninis Bronzebaldachin unter der Kuppel, dahinter die Cathedra Petri

Pietà von Michelangelo

Gleich rechts nach dem Eingang: die Marmorgruppe der Muttergottes mit dem toten Christus, geschaffen um 1498/99 von Michelangelo, der damals Anfang zwanzig war. Seit einem Anschlag 1972 steht sie hinter Panzerglas.

Bronzebaldachin von Bernini

Rund 28 Meter hoch erhebt sich der Baldachin mit seinen gedrehten Säulen über dem Papstaltar, vollendet 1633. Darunter liegt das verehrte Grab des Petrus.

Cathedra Petri

In der Apsis fasst Bernini einen alten Bischofsstuhl in ein vergoldetes Bronze-Monument. Darüber leuchtet das Fenster mit der Taube des Heiligen Geistes.

Bronzestatue des Petrus

Die thronende Figur, meist Arnolfo di Cambio zugeschrieben, ist eines der ältesten Werke im Petersdom. Ihr rechter Fuß ist von Pilgern blank berührt.

Mosaiken statt Gemälden

Die großen Altarbilder sehen aus wie Ölgemälde, sind aber fast alle Mosaike — sie halten Feuchtigkeit und Kerzenruß besser stand als Leinwand.

Heilige Pforte

Ganz rechts in der Vorhalle: Die Tür wird nur in Heiligen Jahren geöffnet, zuletzt im Jubiläumsjahr 2025, und danach wieder vermauert.

Der Petersplatz

Bernini gestaltete den Platz von 1656 bis 1667. Zwei mächtige Kolonnaden aus 284 Säulen umfassen ihn wie Arme — als Geste, mit der die Kirche die Gläubigen empfängt. Auf den Kolonnaden stehen 140 Heiligenfiguren. Bei großen Gottesdiensten finden auf dem Platz Zehntausende Menschen Platz.

In der Mitte steht ein ägyptischer Obelisk ohne Inschriften, den Kaiser Caligula nach Rom bringen ließ; 1586 wurde er an seinen heutigen Platz versetzt. Zwei Brunnen flankieren ihn. Wer sich auf eine der runden Steinplatten zwischen Obelisk und Brunnen stellt, sieht die vierfachen Säulenreihen der Kolonnaden zu einer einzigen verschmelzen.

Unter dem Petersdom: Grotten und Nekropole

Vatikanische Grotten

Unter dem Fußboden der Basilika liegen die Gräber zahlreicher Päpste. Insgesamt sind im Petersdom und in den Grotten rund 91 Päpste bestattet. Der Besuch der Grotten ist frei.

Nekropole und Petrusgrab

Bei Ausgrabungen ab 1939 kam unter der Basilika eine römische Gräberstraße zum Vorschein, bis hin zu der Stelle, die als Grab des Petrus verehrt wird. Besuchen kannst du die Nekropole nur in kleinen Gruppen mit Führung, nach Anfrage beim Petersdom — frag so früh wie möglich an.

Pétros ení

Die digitale Ausstellung „Pétros ení“ des Petersdoms erzählt die Geschichte der Basilika mit Projektionen und Rekonstruktionen. Sie ist mit einem Ticket des Petersdoms buchbar.

Den Petersdom besuchen

Der Petersdom gehört nicht zu den Vatikanischen Museen: eigener Eingang am Petersplatz, eigene Tickets, eigene Öffnungszeiten. Der Eintritt ist frei.

PreisHinweis
Basilika und GrottenfreiAnstellen auf dem Petersplatz, Sicherheitskontrolle im rechten Halbrund der Kolonnaden
Reservierung mit Zeitfenster7 €Freiwillig; mit digitalem Audioguide, auf den Namen, nicht erstattbar
Kuppel17 € / 22 €Treppe oder Aufzug bis zur Terrasse; inklusive Basilika mit Audioguide
ÖffnungszeitenBasilika täglich 7:00–19:00 Uhr, Kuppel 7:30–17:00 Uhr (Winter bis 28.03.2027)

Kleidung

Männer in langen Hosen, Frauen in Rock bis unter das Knie oder Hose; die Schultern sind bei allen bedeckt. Die Basilika bittet außerdem darum, nicht zu fotografieren.

Mittwochs und bei Papstmessen

Mittwochvormittags hält der Papst die Generalaudienz, dann ist der Zugang eingeschränkt. Die Tickets für die Audienz sind kostenlos und werden über die Präfektur des Päpstlichen Hauses vergeben.

Mit den Museen kombinieren

Früh morgens ist der Petersdom am leersten, danach passt ein Zeitfenster in den Museen. Andersherum gehst du nach den Museen etwa 15 Minuten außen herum. Zur Anreise.

Quelle: Website und Buchungsportal des Petersdoms, Oktober 2026. basilicasanpietro.va (ohne Provision)

Mit Guide durch Petersdom, Papstgräber und Kuppel

Führung im Petersdom

Headout

Petersdom mit Papstgräbern, auch auf Deutsch

4,4 (29.030 Bewertungen bei Headout)

Wer die Geschichte des Petersdoms vor Ort erzählt bekommen möchte: geführter Rundgang über den Petersplatz, durch die Basilika und zu den Papstgräbern. Die Führung gibt es auch auf Deutsch, wahlweise mit Aufzug zur Kuppel. Laut Anbieter ist sie nicht stornierbar.

Termine bei Headout ab 27,00 €

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Häufige Fragen zum Petersdom

Wie lange wurde am Petersdom gebaut?

Rund 120 Jahre. Papst Julius II. legte 1506 den Grundstein, geweiht wurde die Basilika 1626 von Papst Urban VIII. In dieser Zeit wechselten die Päpste und die leitenden Baumeister mehrfach — von Bramante über Michelangelo bis Carlo Maderno.

Wer hat die Kuppel des Petersdoms gebaut?

Entworfen hat sie Michelangelo, der die Bauleitung 1546 übernahm. Er starb 1564, bevor die Kuppel fertig war; Giacomo della Porta vollendete sie gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Bis zur Spitze des Kreuzes misst der Petersdom rund 136 Meter.

Liegt Petrus wirklich unter dem Petersdom?

Nach der Überlieferung wurde der Apostel Petrus hier, am Vatikanischen Hügel, begraben. Schon Kaiser Konstantin ließ im 4. Jahrhundert über der Grabstätte eine Basilika errichten. Ausgrabungen unter dem heutigen Petersdom legten im 20. Jahrhundert eine römische Nekropole frei; das verehrte Grab liegt direkt unter dem Hochaltar.

Ist der Petersdom die Kathedrale von Rom?

Nein. Der Petersdom ist eine Papstbasilika und die Kirche, in der der Papst die großen Gottesdienste feiert. Die Kathedrale Roms — der Sitz des Papstes als Bischof von Rom — ist die Lateranbasilika San Giovanni in Laterano.

Kostet der Petersdom Eintritt?

Nein, Basilika und Vatikanische Grotten sind frei. Geld kosten nur eine freiwillige Reservierung mit Zeitfenster (7 € inklusive digitalem Audioguide), der Aufstieg zur Kuppel (17 € über die Treppe, 22 € mit Aufzug) und Führungen.

Gehört der Petersdom zu den Vatikanischen Museen?

Nein. Petersdom und Museen haben getrennte Eingänge und Tickets. Ein Durchgang von der Sixtinischen Kapelle in den Petersdom wird nur von geführten Gruppen genutzt und ist nicht garantiert; sonst gehst du außen herum, etwa 15 Minuten.

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